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27.06.2008, 16:30 Uhr, beim Bundesligisten TSV Crailsheim :
Internationales Mädchenfußball-Turnier 2008




 



Ein ganz besonderes Fußballevent stand auf dem Kalender : Ein Turnier in Baden-Württemberg - und der
Ausrichterverein war niemand geringerer als der Frauen-Bundesligist TSV Crailsheim. Das Turnier für die
E-Mädchen war eigentlich etwas ungünstig angesetzt - auf einem Freitag-Nachmittag. Die Entfernung zum Ziel
war sehr groß und Schule war "eigentlich" ja am Freitag auch noch. Da helfen nur langfristige und gründliche
Vorbereitungen. Schon vor 3 Monaten beantragten wir gemeinsam mit den Eltern bei den Schulen unserer
mitreisenden Spielerinnen eine Freistellung für diesen Wettbewerb. Die Erfolgsquote hierfür waren sagenhafte
100% ! Danke hier noch einmal an alle Schulen und Klassenleiter, die unsere Teilnahme ermöglichten.
Die zweite Schwierigkeit war die große Entfernung. Wie kann man die Strecke überwinden und trotzdem noch
am Nachmittag fit für das Turnier sein ? Die Antwort lag in der Luft : Die Reiseroute wurde durch Flug
nach Stuttgart und Weiterfahrt mit der Bahn nach Crailsheim geplant und dann auch so durchgeführt.
Die Mädels freuten sich schon im Vorfeld sehr und schon im Wartebereich hinter der Sicherheitskontrolle
im Flughafen flog der Ball - zunächst noch ein sehr softes Footbal-Ei ...

Im Flieger dann wurde natürlich viel aus dem Fenster geschaut, aber auch gealbert, gelacht und später sogar
noch etwas geschlafen. Echte Profis wie wir sind eben routiniert ;-)))
Nach etwa einer Stunde landete der AIR BERLIN Flieger in Stuttgart und wir stiegen erst in die S-Bahn und
dann in den Regionalexpress ein. Halb eins Mittags erreichten wir unsere Unterkunft, das Hotel "Drei König"
in Crailsheim. Nach dem Einchecken ging es zum Essen in eine Gaststätte, wo wir für preiswerte 5,40 EUR
pro Nase eine Eierflockensuppe vorweg, dann Pasta mit Rahmgeschnetzeltes und Birnenkompott als Nachspeise
serviert bekamen. Wir hatten dann sogar noch den Luxus von 1 Std. Mittagsruhe, bevor wir zu Fuß (ca. 12 min)
ins Stadion marschierten.

Pünktlich erreichten wir das Schönbürg-Stadion, welches auch unsere HSV-Frauen kennen dürften ;-)
Gespielt wurde in 2 Gruppen zu je 6 Mannschaften - also hatten wir ein Teilnehmerfeld von 12 Teams.
Die harten Brocken, die ich bei diesem Turnier auf mindestens 8 beziffern möchte, verteilten sich
halbwegs gleichmäßig auf beide Gruppen. Gegen 5 nachmittags dann unsere 1. Partie :
Welle - VfR Süssen , 1:0
Erneut konnten wir ein Turnier mit 3 Punkten starten. Unser Sieg war in Anbetracht unserer Feldüberlegenheit
sicherlich verdient, die Entstehung war allerdings etwas glücklich, als die gegnerische Torhüterin eine Hereingabe
von Lena ins eigene Tor beförderte. Auch wenn das Ergebnis knapp war, gehörte der VfR Süssen zu den wenigen
Mannschaften, die wir im Griff hatten.
Welle - DFC Slavia Hradec Kralove , 1:0
Premiere: Das erste Mal spielten wir gegen ein Team aus dem Ausland, in diesem Falle Tschechien. Ich war
verblüfft, was die jungen Damen aus Nordostböhmen alles am Ball konnten. Bei Zweikämpfen waren unsere Mädels
nicht selten "zweiter Sieger". Das Spiel stimmte uns gut auf die Härte des Wettkampfes ein, die ähnlich oder
teils sogar höher als in NRW war. Im Norden jedenfalls wird nicht ganz so heftig zur Sache gegangen. Aber
auch wir hatten eine Tugend, mit der wir dem Gegner überlegen waren: das Spielerische, der Spielaufbau.
Die besseren Chancen erarbeiteten wir uns und einer dieser schönen Angriffe schloss Anneleen mit
einem beherzten Schuss zum 1:0 ab - wie schon im vorherigen Spiel in den letzten Minuten. Ich konnte mir
daher nicht verkneifen, unsere Mädels als die "Türken aus Wellingsbüttel" zu bezeichnen ;-)

Welle - TSG Hoffenheim II , 4:0
Das nächste Spiel wurde eine sehr eindeutige Sache. Die 2.Mannschaft von Hoffenheim bestand dem Anschein
nach aus Spielerinnen der Jahrgänge 1998 und 1999. Nach dem Herstellen eines eindeutigen Spielstandes
schonten wir uns ein wenig - wir hatten zwischen jedem Spiel nur jeweils 1 Spiel Pause, da auf 3 Plätzen
gespielt werden konnte. Das Halbfinale war nun schon fast erreicht ...
Welle - TSV Crailsheim , 0:0
Es war auch zu vermuten, dass Crailsheim gute Jugendarbeit leistet. Uns trat eine gut stehende, diszipliniert
kämpfende Truppe gegenüber. Auch wenn auch Crailsheim zu einer Torchance kam, hatten wir die höheren Spiel-
anteile. Diesmal hatten wir aber nicht das Glück, auch innerhalb von nur 10 min auf Rasen zum Torerfolg zu
kommen. Deshalb mussten wir mit einem Remis leben und das konnten wir eigentlich auch, denn das reichte uns
jetzt schon für das Halbfinale.
Welle - FC Germania Urbar , 0:0
Das letzte Gruppenspiel bestritten wir gegen einen absolut gleichwertigen Gegner. Es ging rauf und runter
und jeder hätte hier mit Glück gewinnen können. Das passierte aber nicht. Folgerichtig deshalb das gerechte
Remis. Nun allerdings waren in der Gruppe A zwei Mannschaften punkt- und torgleich an der Spitze :
Welle und Urbar ! Der Gruppensieger, der dann gegen den zweiten der Gruppe B ran darf, musste also durch
8(!)-Meter-Schießen ermittelt werden.
Diese Lotterie verloren wir diesmal und das sollte noch Folgen haben ...
Auch wenn Lena einen Ball halten konnte, konnten unseren Schützinnen leider nur 2 Bälle im Tor unterbringen.
Natürlich wieder Martina und eine Super-Granate von Lena ins obere rechte Eck. Stand n.A.: 2:4
Halbfinale : Welle - SV Sülzbach , 0:1
Nun mussten wir gegen den Gruppensieger der Gruppe B ran. Und der war stark ! Und der kannte keine
Verwandten, wenn es um Ballbehauptung und Härte ging. Vergleichbares habe ich bisher allenfalls bei
Jungenmannschaften gesehen, das war TuS Berne-mäßig ! Wir hatten allerdings auch Tormöglichkeiten
und das Gegentor muss auch nicht unbedingt fallen. Ich möchte aber nicht, wie diverse andere Trainer,
die Ursache an Gegentoren einzig einem Verteidigungfehler zuschreiben. Das Tor entsprang auch und vor
allem aufgrund eines klug gespielten Angriffs unserer Gegnerinnen und der individuellen Klasse einer
Spielerin, die später auch zur besten Spielerin des Turniers gekürt wurde. Vielleicht hätten wir ja
das Achtmeter-Schießen lieber doch gewonnen. Dann hätten wir Sülzbach erst im Finale - und wer weiß ...
Eines muss ich allerdings eingestehen. Wäre diese Partie über eine Distanz von 2 x 25 min gegangen,
wären wir sicherlich mit einem 0:3 abgefertigt worden. Sülzbachs Einzug ins Finale muss daher als
absolut gerechtfertigt angesehen werden. Wir hatten unseren Meister gefunden ...

Spiel um Platz 3 : Welle - SpVgg Gröningen-Satteldorf , 4:3 n.A.
Nun wollten wir wenigstens Platz 3 im "kleinen Finale" sichern. Es sah auch sehr gut aus, früh
konnten wir 1:0 in Führung gehen. Allerdings mussten wir durch ein bedauerliches Eigentor diesen
Vorsprung wieder hergeben - 1:1. Trotz bester Mögkichkeiten blieb es bei dem Stand bis zum Schlusspfiff.
Also gab es erneut Achtmeter-Schießen. Wir mussten zuerst schießen.
Martina schießt - 2:1 (gewohnt sicher)
Satteldorf schießt - 2:2
Inga schießt - 3:2 (schön scharf + schön platziert)
Satteldorf schießt - daneben
Lena schießt - oben drüber
Satteldorf schießt - Jana muss sich nicht sehr bemühen, hat den Ball sicher
Sophie schießt - knapp daneben ! (das wollte sie zu gut machen ...)
Satteldorf schießt - 3:3
Anneleen schießt - 4:3 (sehr platziert und sicher)
... verbleibt ein Schuss für Satteldorf. Die Schützin schießt sehr scharf knapp unter die Latte,
Jana kann den Schuss mit Klasse-Reflex wegklatschen - Sieg !! Immerhin Platz 3 !!!
Das war eine sehr gute Leistung unserer Mädels. Selten sind so viele hochklassige Gegner bei einem
E-Mädchen-Turnier beisammen. Außer den 4 Halbfinalisten möchte ich die Mannschaften von Crailsheim,
aus Hradec Kralove, Hoffenheim 1 und vom Halleschen FC, die uns in Magdeburg 2:0 schlugen, nennen.
Das waren alles Gegner von Format, die das Halbfinale trotzdem nicht erreichen konnten.
Der Präsident des Vereins und der Geschäftsfüher für Frauen- und Mädchenfußball, Michael Lameli,
gratulierten Sieger und Platzierte. Danke für ein niveauvolles, großes Turnier !
Durchaus zufrieden aßen wir vor Ort noch etwas Ungesundes (Pommes, Currywurst) und marschierten dann
zurück in unsere Unterkunft. Dort war Duschen angesagt und danach gab es grünes Licht für etwas
Fernsehen bzw. Blödsinn machen ...
Die Nachtruhe trat unerwartet zeitig ein und dauerte bis ca. 9:00 Uhr. Das Frühstück war für 9:15 Uhr
bestellt und war sowohl reichhaltig als auch sehr lecker. In aller Ruhe konnten wir packen und dann
zum Bahnhof marschieren. Die Rückreise wurde angetreten ...

In Stuttgart-Flughafen angekommen wurde eingecheckt und diesmal wurde wir vom Piloten, den unsere
Mädels "sehr cool" fanden, seperat per Lautsprecheranlage an Bord begrüßt ...
( "meine Damen und Herren, liebes Fußball-Team, ich darf Sie an Bord der AIR BERLIN begrüßen ..." )
Nach einer etwas wackeligen aber erfolgreichen Landung hatte er noch eine Extra-Durchsage :
( ... und nicht vergessen : noch 28 Stunden bis zum Anpfiff " )
Die wartenden Eltern konnten endlich ihre Kiddies in die Arme schließen und es gab natürlich viel zu erzählen.
Das war ein sehr schöner Ausflug, den unsere Mädels nur gar zu gern recht bald wiederholen würden.
Sehr bedanken möchte ich mich bei Birgit und bei Britta für ihren Einsatz, ohne den diese Reise
sicherlich nicht durchführbar wäre. Danke auch an die Mädels, die es meistens schafften, sicher innerhalb
der minimal requirements an Benehmen aufzuhalten ;-)
Offensichtlich ist das Fliegen mit der Kindergruppe kein Problem. Ein guter Test also. Für die langfristige
Planung liegen noch Pläne für Turniere in der Schublade, deren Austragungsort man gar nicht anders
vernünftig erreichen kann, als mit dem Flieger ;-)))
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