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Ausfahrt und Wettkämpfe der 1.D-Mädchen 02.-05.10.2008

Das verlängerte Wochenende um den Tag der deutschen Einheit herum nutzten wir, um mal wieder in die Ferne
zu schweifen. Es ging bereits am Donnerstag, für einige direkt nach der Schule, los. Um 17:00 Uhr rollten
die 2 Autos Richtung Berlin. An Bord waren 10 unserer Spielerinnen nebst Betreuerin und Trainer. Nach zwei
Stunden Autobahnfahrt war es Zeit für ein Abendessen. Hier drängte sich die McDonalds-Station in Wittstock
geradezu auf. Die Mädels langten dort naturgemäß auch ordentlich hin und tummelten sich noch eine kurze Weile
auf dem Spielplatz, bevor es, teils über extrem holprige Landstraßen, weiter Richtung Landesinneres von
Brandenburg ging ...
Wie erreichten den träumerischen Ort Lychen nach einer ausgedehnten Umleitung gegen 21:30 Uhr. Unsere
Gastgeber auf dem Reiterhof empfingen uns und wir checkten ein. Wir bezogen zwei Ferienwohnungen, eine
mit sieben und eine mit 5 Betten. Es war mittlerweile dunkel geworden und nachdem ich den Mädels bereits
während dem letzten Teil der Fahrt (durch dichte Wälder) von den gefährlichen "Scharfzahn-Wildschweinen"
und vom "Brandenburger Tollwut-Bären" erzählt hatte, bot sich natürlich jetzt eine Nachtwanderung an.
So konnten sich die Mädels noch etwas die Füße vertreten und frische Luft schnappen. Bereits nach wenigen
hundert Metern von der Unterkunft war es stockfinster, dafür hatten wir einen traumhaften Sternenhimmel,
so wie man ihn in einer Großstadt nie beobachten kann. Ich gab noch die eine oder andere Gruselgeschichte
zum Besten und nach der Rückkehr war dann auch endlich Nachtruhe. Schließlich mussten wir ja tags darauf
um 6:30 Uhr aufstehen ...

Das Aufstehen klappte gut, es gab Frühstück, welches bäuerlich-ländlich ausreichend und auch schmackhaft
Stärkung bot. Ohne Probleme (nur mit ein paar klitzekleinen Verfahrern in Berlin) kamen wir pünktlich, nach
ca. 1 Std. 40 min Fahrt, in Berlin-Neukölln am Turnierort an. Wir wurden dort herzlich begrüßt - besonders
herzlich wahrscheinlich deswegen, weil bereits 3 von 10 Teams vorher abgesagt hatten und die Veranstalter
unser Erscheinen schon fast als angenehme Überraschung werteten.
Wir bolzten uns warm und stimmten uns ein. Die Mädels hier werden noch wesentlich besser gefüttert als
unsere Hamburger Gegnerinnen, jedenfalls sind die schon recht groß. Aber das kennen wir ja - und wir gehen
ja (noch) nicht von unserem Anspruch weg, auch mit um 1 Jahr ältere Gegnerinnen mithalten zu können.
Es wurde ein einfaches Turnier "jeder gegen jeden" gespielt, also 6 Spiele je 12 Minuten.
Gut eingestimmt und aufgewärmt traten wir unserem 1. Gegner entgegen :
TSC Wellingsbüttel | | | DJK Schwarz-Weiß Neukölln |
 | | |  |
1 | | | 0 |
Verhungern hätten sie uns lassen können. Wenn die Mannschaften auf einer Wippschaukel gesessen hätten.
Die körperlichen Vorteile lagen klar auf der Seite der Berlinerinnen, aber ich will mir jetzt vornehmen,
dies nicht mehr zu erwähnen. Spielerisch konnten wir einen guten Start hinlegen und es sah hoffnungsvoll
aus. Welle war am Drücker und erzielte eingangs des letzten Spieldrittels die verdiente Führung durch
Maja. Das war ein fast schon historischer Augenblick - nach 5 Niederlagen in Folge konnten wir endlich
wieder mal einen Sieg verbuchen. Das tat uns sehr gut und optimistisch wollten wir an die weiteren
Aufgaben gehen ...
TSC Wellingsbüttel | | | BSC Marzahn |
 | | |  |
1 | | | 1 |
Ebenfalls ganz hoffnungsvoll war unser nächster Auftritt. Spielerisch hatten wir die Nase vorn, hatten auch
mehr Spielanteile und gingen folgerichtig recht zeitig mit 1:0 in Führung (Torschützin: Klara). Leider
schlichen sich zum Ende des Spiels völlig unnötige Nachlässigkeiten in der Abwehr ein. Wir mussten den
Ausgleich hinnehmen und verschenkten die ersten 2 Punkte dieses Turniers ...
Dazu kommt, dass wir einen eindeutigen Hand-Neunmeter nicht zugesprochen bekamen. Das war traurig.
Ohne trotzig wirken zu wollen, darf ich behaupten, dass wir hier die deutlich bessere Mannschaft waren.
Aber was nützt das, wenn man mit dem Hintern einreißt, was man mit den Händen erschaffen hat ;-)

TSC Wellingsbüttel | | | SV Lichtenberg 47 |
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0 | | | 4 |
Nun wurde es richtig übel. In nur 12 Minuten 4 Tore hinzunehmen ... da muss schon ganz schön was los gewesen
sein. Es offenbarte sich eine mehr als deutliche Überlegenheit der Berlinerinnen, die in puncto Kampf, Schnelligkeit
und Kombinationsfußball eine Leistung boten, mit der der Berliner Verbandsligist locker die MD01 dominiert hätte.
Wir waren schlicht überlastet. Bei dem enorm hohen Tempo Fehler zu vermeiden war schier unmöglich - und bevor
die Gefahr überhaupt erkannt wurde, war es meist schon zu spät und er Ball zappelte (erneut) in unserem Netz.
Lichtenbergs Sieg war auch in dieser Deutlichkeit verdient.
TSC Wellingsbüttel | | | F.C. Hertha 03 Zehlendorf |
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0 | | | 1 |
Beim nächsten Spiel wurde es wieder etwas ausgeglichener. Wir hatten Chancen, Hertha hatte Chancen. Hertha
wirkte etwas entschlossener und planvoller. Deshalb nicht ganz ungerecht, dass wir auch hier unterlegen waren.
Der Treffer wäre zu verhindern gewesen, aber was solls. Immerhin wurde gekämpft und die Mädels haben hier
versucht, sich anständig zu präsentieren. Gereicht hat es leider nicht. Welle heute glücklos - aber auch nicht
mit der nötigen Abgebrühtheit ausgestattet ...
TSC Wellingsbüttel | | | Lichterfelder FC 1892 |
 | | |  |
0 | | | 1 |
Spätestens jetzt hat uns der Fußballgott endgültig den Rücken zugekehrt. Wir waren 11 von 12 Minuten
überlegen und trugen einen Angriff nach dem anderen vor und vergaben u.a. 2 Großchancen. Lichterfelde kam nur
ein mal in unserem Strafraum, wo leider ein heilloses Gewühl entstand. Unsere Verteidigung hier erneut
verunsichert. Fassungslos mussten wir zusehen, wie ein "Gurkentreffer" das Spiel entschied. Treffender als
seinerzeit Andy Brehme kann man diese Situation nicht ausdrücken :
"Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß ! "
Das waren weitere 3 verschenkte Punkte, insgesamt also schon 5 ...

TSC Wellingsbüttel | | | B.S.V. Grün-Weiß Neukölln |
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0 | | | 1 |
Zum Abschluss hatten wir noch mal ein sehr starkes Spiel. Angetrieben von den Anfeuerungsrufen der starken
Lichtenbergerinnen, die gern Turniersieger werden wollten, machten wir es den überlegenen Neuköllnerinnen echt
schwer. Wir hielten super dagegen - und auch, wenn die eigenen Chancen sehr selten waren, sahen wir ganz gut
aus. Irgendwann, im letzten Viertel der Spielzeit, fiel dann doch der (verdiente) Siegtreffer unserer
Gastgeberinnen, was durch lauten, frenetischen (und erleichterten) Jubel der heimischen Fans quittiert wurde ...
Schade. Für uns reichte das nur für den 6.Platz. Addiert man die 5 verschenkten Punkte zu den 4 erreichten hinzu,
hätten wir 9 Punkte und damit einen achtbaren 3.Platz erzielt. Viel fehlte nicht. Ja - hätte ...
Zum Glück können die Mädels immer sehr gut mit Misserfolgen umgehen. Am längsten beschäftigt das, glaube ich,
immer ihren Trainer. Die Mädels jedenfalls rissen bereits vor der Siegerehrung wieder ihre Witze. Besser ist das ;-)

Das Turnier war gut organisiert und die Spiele waren sehr fair. Danke an Grün-Weiß Neukölln - und speziell
noch mal an Bernd für die freundliche Einladung. Ich war von der Stärke der Gegnerinnen etwas überrascht.
In Berlin wird auf Halbfeld 7+1 gespielt. Die meisten spielen ein kompaktes 3-3-1 System und üben damit schon
mal immer die Viererkette, deren 4-4-2 Variante ja quasi nur noch die Verbreiterung darstellt. In Berlin gibt es
für die D-Mädchen 4 Ligen, in jeder ca. 10-12 Mannschaften. Es gibt 3 Landesligen, deren Mannschaften für
die höhere Verbandsliga aufstiegsberechtigt sind. Und heute waren reichlich Verbandsligisten dabei ;-)
Gespielt wird mit Hin- und Rückrunde eine volle Saison mit 18 bis 22 Spieltagen. Dieses System erzeugt eine
Wettkampfintensität, die seinesgleichen sucht (habe ich in ganz Deutschland nirgendwo anders gesehen).
Und das kann man deutlich sehen. Die Mädels sind hier echt gut drauf. Vielleicht guckt der
Hamburger Fußball-Verband (der liest ja hier eh' mit) sich da ein bischen was ab ...
Wir machten uns auf den Weg zurück zur Unterkunft. Diese erreichten wir um ca. 17:30 Uhr. Kurz zuvor hatten
wir einen Zwischenstopp in Templin, wo ich mich an ein gutes Eiscafe erinnern konnte. Ich gab eine Runde Eis
aus - die meisten Mädchen wählten Spaghetti-Eis, welches auch echt super schmeckte. Wir besuchten dann
in Lychen das erste Mal unsere vierbeinigen Freunde auf der Koppel und gingen abends im Waldhotel Sängerslust
zu abend essen, was allen Mädels vortrefflich mundete.

Tags darauf gab es wieder Frühstück. Mit dem Reiten klappte es vormittags leider noch nicht, also musste
improvisiert werden. Wir fuhren vormittags zum "El Dorado" nach Templin, eine Art Themenpark für den
Wilden Westen. Wir kauften Tickets und ich gab den Mädels innerhalb des Parks grünes Licht für eigene
Aktivitäten und selbständiges Bewegen. Der Park hatte echt viel zu bieten : Zunächst konnten wir einer
Greifvogel-Show zusehen, wenig später gab es dann eine Action-Show, in welcher ein Banküberfall gespielt
wurde. Die Mädels fanden's Klasse ...

Ferner konnte man z.B. Gold waschen oder Bogen schießen. Nicht so richtig Western-mäßig, aber trotzdem
gern angenommen, war das Quad-Fahren im Gelände, wo man an einer Stelle echt Gas geben musste,
um über den Hügel zu kommen. Am allertollsten jedoch fanden die Mädels die Pferde, auf denen man gegen
einen El-Dorado-Dollar eine gemütlich Runde drehen konnte.

Sogar Inga, selbst erklärte "Pferde-nicht-Mögerin", fiel dem Hype nach dem Rosse zum Opfer, wie dem
Beweisvideo zu entnehmen ist ;-)
Irgendwann spät mittags gab es vor Ort Gegrilltes, leider war für die meisten nur noch Bratwurst übrig.
Dann gab es noch einmal eine Stunt-Show, die ebenfalls super gemacht war. Am meisten beeindruckte ein
echter kanadischer Indianer, der so ganz nebenbei noch 3-facher Weltmeister im Ringtanz war, die Mädchen.

Dann ging es zurück nach Lychen. Halb vier nachmittags begannen wir endlich die "richtige" Beschäftigung
mit den Pferden. Den Parcour haben wir weggelassen und sind aus Zeitgründen gleich ins Gelände gegangen.
Hierzu haben wir eine Kutsche anspannen lassen und zwei Pferde dazu gemietet, so dass wir im Wechsel fahren
und reiten konnten - immer 2 Mädels zu Pferd - und der Rest in der Kutsche. Je nach Kenntnisstand der Reiterin
wurde das Pferd geführt oder frei laufen gelassen. Nachdem Klara und Chiara den Anfang machten, durften auch
Anneleen und Martina aufsitzen. Es ging durch eine traumhafte Landschaft, die oft in Sonne getaucht war -
Natur pur eben. Erneut wurde auch Inga wieder auf dem Pferd erwischt, zusammen mit Maja.
Auch Lena und Paulina sowie Nora und Fenja trauten sich schließlich auf die wackelnden Pferde-Rücken.
Ganz zum Schluss durften 3 Mädels noch mal für eine kurze Zeit in den Sattel. Zuvor hatte ich 4 Mädchen die Reife
für den Galopp bescheinigt - Anneleen lehnte ab, da an der 100% Sicherheit ein paar Prozentchen fehlten.
( welche Vernunft, Hut ab davor ! )
Klara, Chiara und Martina blieben übrig - diesmal ritt ich aus Sicherheitsgründen jedesmal mit.
Äußerst widerwillig mussten sich unsere Mädels von den Pferden trennen. 2 Mädels halfen noch beim Absatteln und
Putzen, immerhin 5 waren dann bereit, um die Pferde zurück auf die Koppel zu führen. In der Zwischenzeit hatte
Nicola für das Abendessen eingekauft und unter ihrer Anleitung entstand mit Hilfe einiger Mädels ein mega-leckeres
Spaghetti-Gericht, welches uns als Abendmahl diente.

Danach schauten die meisten noch etwas fern - und irgendwann wurde zum letzten mal die Nachtruhe eingenommen.
Morgens, nach dem Frühstück, legten wir unsere Mannschaftskleidung an und zogen unsere Trainingsanzüge drüber.
Wir hatten für diesen Sonntag-morgen die D-Jungen von Germania Lychen für ein Freundschaftsspiel begeistern
können. Man einigte sich auf 10:00 Uhr als Anstoßzeit. Als zuverlässige Gegner waren wir pünktlich da ...
TSC Wellingsbüttel | | | Germania Lychen |
 | | |  |
1 | | | 12 |
Zum Spiel selbst gibt es nicht viel zu sagen. Wir haben quasi die Gewalten heraus gefordert. Wir sahen hier
keinen Leistungsunterschied, sondern gar einen Klassenunterschied. Obwohl die Mädels teils vorbildlich gekämpft
haben (Sonderlob: Klara, für ihre 2.Halbzeit), hatten wir nicht den Hauch einer Chance. Zur Halbzeit lagen wir
mit 0:5 hinten. Meine Hoffnung, dass dies dem Lychener Trainer reicht und er einen Gang zurücknimmt, erfüllte
sich nicht. Auch beim Stande von 0:7 noch feuerte er seine Jungs mit dem Bierernst einer Europa-Pokal-Partie an,
weitere Heldentaten zu vollbringen. Selbstredend klappte das auch. Dem Lychener Schiri war das schon sichtlich
unangenehm, so dass er begann, Freistöße für uns für Rückpässe zu pfeifen, die keine waren oder Einwürfe falsch
oder ähnliches. Genützt hat das nichts. Unser Ehrentreffer fiel, als die Buben wohl zu nachlässig wurden und
einer unserer Angriffe dann doch durchkam und Fenja das Tor erzielen konnte.

Letztendlich war das egal - auch damit müssen die Mädels umgehen können. Das konnten sie auch. Es gab danach
noch ein Neunmeterschießen, wo wir dann zeigen konnten, dass wir zumindest zielen können. Wir gewannen 6:3
durch Treffer von 2x Martina, Inga, Chiara, Anneleen und Maja. Lena im Tor hielt ein paar haltbare, aber auch
einen eigentlich unhaltbaren mit sensationeller Parade. Wir waren anschließend noch zum Pizza-Essen
vom Verein im Sport-Bistro eingeladen. Wir kamen der Einladung nach, nachdem wir zunächst in unserer Unterkunft
geduscht und dann dort ausgecheckt hatten. Die Jungs erwiesen sich als brave Gastgeber und verhielten sich,
wie schon vorher auf dem Platz, fair. Nach dem Essen wurde teils noch gemeinsam rumgealbert.
Ob es zum Austausch von Telefonnummern gekommen ist, wird hier nicht verraten ;-)))

Ich löste dann die Versammlung auf, indem ich noch ein Eis für jeden spendierte und kurz darauf ging es
zurück Richtung Hamburg.
Unser Ausflug war fußballerisch keine Offenbarung - aber auch kein Offenbarungseid. Das war OK. Die
Mädels hatten auch an den verloren gegangenen Spielen (man mag es glauben oder nicht) ihren Spaß.
Der Knüller allerdings waren wieder einmal die Unternehmungen "drum herum". Und exakt die werden im
Gedächtnis haften bleiben. Ich glaube, die Mädels hatten ein sehr cooles Wochenende, von dem sie noch
lange und gern berichten werden.
Sehr großen Anteil daran hatte Fenja's Mama Nicola, die mit ihrer unaufdringlichen, bescheidenen, aber
sehr effizienten Hilfe viel mehr als nur einen Fahrdienst geleistet hat. Das war ganz große Klasse, danke !!
Danke auch noch mal an die Eltern für das Vertrauen, für die Vorbereitungen und für die Pünktlichkeit.
Mit letzterer konnte ich leider nicht dienen. Welle-Mädchen verspäten sich bei Ausflügen immer !
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