Ausfahrt und Turnier der 1.D-Mädchen 30.01.-01.02.2009

Welle-Mädchen auf Reisen. Nichts besonderes eigentlich. Diesmal haben wir uns das
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ausgesucht. Unsere Motive waren mehr als kurios.
Wir wollten ein Treffen mit der von den Kindern verehrten Sabrina, Trainerin des
letzten Camps in Melle und ihrem Team, die Kreisauswahl Brilon bei Paderborn.
Dafür nahmen wir sogar in Kauf, dass wir uns für einen Wettbewerb meldeten, der eigentlich "nicht unsere Liga"
ist. Dazu aber noch später. Die KAW Brilon musste leider absagen. Wir wollten nicht mehr absagen, zuviel war
schon geplant und in Tüten und Papier. Wir gönnten uns bei der Gelegenheit auch gleich ein verlängertes
Wochenende. Wir waren gegen 18:00 Uhr am Freitag in unserer Warnemünder Unterkunft angelangt, ließen
uns dort Abendbrot servieren, um dann, nach den Baderegeln vielleicht nach zu kurzer Zeit, den Hotel-Pool
das erste Mal zu testen. Wir reizten die mögliche Nutzungszeit voll aus (bis 22:00 Uhr) und ließen uns
einige Zeit später mit der entsprechenden Bettschwere in die Kissen fallen.



Samstag früh standen wir um halb 8 auf. Wir fuhren an den nah gelegenen Strand und verwöhnten unsere Lungen
mit dem milden Reizklima der Ostsee. Die Temperaturen waren überraschend mild, einzig mit dem Sonnenaufgang
wollte es nicht klappen, zu wolkenverhangen war der Himmel. Natürlich waren wir hier nicht nur zum Schiffe
gucken. Es wurde Frühsport gemacht und wir trabten durch leicht verhärteten Sand ca. 1.600 mtr.
Das Ganze untermalt mit grausigen Gesängen, die ich noch aus dem Repertoire der Armeezeit hervorzuzaubern
wusste. Die Mädels machten super mit (und lachten sich schief dabei), Wanderer drehten sich besorgt um und
Möwen ergriffen die Flucht.



Es gab ein Frühstück, welches an Klasse dem von unserer Magdeburg-Reise vor einem Jahr in nichts nachstand.
Die Mädels langten ordentlich hin. Danach gab es knapp 2 Std. "Freizeit", welche die meisten Mädels nutzten,
indem sie noch mal kurz am Kissen horchten. Dann wurde es Zeit für etwas Kultur, wir wollten den berühmten
Rostocker Zoo sehen. Wir fuhren zum nächsten P+R Parkplatz und stiegen in die Straßenbahn um. Schon während
der knapp 30-minütigen Fahrt von den Norden in den Süden Rostocks, gab es viel interessantes zu sehen.
Im Zoo gab es natürlich wieder einmal viel zu sehen und zu staunen.



Das Essen wurde gleich auf dem Gelände des Zoos eingenommen. Es gab Spaghetti + Bolognese oder
Tomatensauce, Eis, ein Getränk dazu - und das Ganze zu einem Preis (für 12 Personen) für welchen
man in HH allenfalls 2 Leute satt bekommen hätte. Zufrieden machten wir uns daran,
den Rest des Geländes zu erkunden ...



Wir passierten diverse Kinderspielplätze, deren Ausstattung durch unsere Mädels einem gründlichen Lasttest
unterzogen wurde. Außerdem sahen wir eine kleine Tiershow mit dem Vogel "lachender Hans" und dem Lama
"Lenni". Irgendwann machten wir uns auf den Heimweg, kauften unterwegs noch Zeitschriften ein
(BRAVO-Girl) und dann lief der Film "Freizeit-Abendbrot-Schwimmen" erneut ab.
Diesmal guckten wir vor dem Schwimmen noch Bundesliga.



Morgens dann Frühstück, auschecken, Autos packen und fertig machen für die Abreise zum Turnierort.
Unsere Unterkunft dient auch den Profis vom FC Hansa Rostock als ruhiger Ort für die Vorbereitung.
Ein paar von den Herren bekamen die Mädels auch zu Gesicht. Wir wollten sie beim Frühstück nicht
belästigen und verzichteten darauf, die Profis zum Auflaufen für unser Turnier einzuladen ;-)
"Die Kogge auf Kurs", naja, das war dann spät nachmittags leider etwas anders, Hansa verlor sein
Heimspiel gegen Duisburg bekanntlich mit 1:2.



01.02.2009, 9:30 Uhr, Rostock, Halle Toitenwinkel :
2. Netznopper-Cup des SV Hafen Rostock






Und wieder einmal viele bunte Wappen, eines unbekannter als das andere. Aber das macht es ja
interessant. SV-Hafen Rostock, C-Juniorinnen, ist Titelverteidiger, die C-Juniorinnen des
PSV 90 Güstrow, Kickers Jus, überlegener Sieger der Landeshallenmeisterschaft der C-Mädchen,
SV Waren 09, Dritter desselben Wettbewerbs, der FFV Neubrandenburg, der mit fast dem gesamten
Kader bei den B-Mädchen mitspielt und dort den Landesmeistertitel holte, die Kreisauswahl der
D-Mädchen von Rostock ... hallo ??? Was machen wir hier eigentlich ? Haben wir nicht schon genug
Stress mit den Hamburger D-Mädels ? Hier werden wir sogar gegen den Jahrgang 1994 spielen !
Also : Ein Ziel wurde hier heute nicht formuliert, lediglich das,
sich hier anständig zu verkaufen und Hamburg nicht zu blamieren ...

Wie gehabt, erschienen wir pünktlich und bereiteten uns etwas vor. Die Halle bot beste
Bedingungen, gespielt wurde in zwei Staffeln mit Halbfinale, Finale und Platzierungsspielen.
Wir waren schon beim 2.Spiel dran :

Welle - Kreisauswahl Rostock , 3:0
Die Kreisauswahl Rostock waren nach uns die zweitjüngsten, nämlich D-Juniorinnen, 1 x 97er,
Rest 96er Jahrgang. Wir kamen hervorragend aus den Startlöchern und schon bald konnte Sophie
einen überlegten Heber spielen und die Torhüterin zum 1:0 überlisten. Wir blieben spielbestimmend.
Anneleen erhöhte zum 2:0 und wenig später wurde eine von Malina kraftvoll getretene Ecke von den
Gegnerinnen unglücklich ins eigene Tor abgefälscht. Es stand also nach Hälfte der Spielzeit bereits
3:0 für uns und wir ließen es ruhiger angehen. Der Start war geglückt, aber wir wussten :
Das hier war noch nicht das Durchschnittsniveau der Turnierteilnehmer ...



Welle - Greifswalder SV , 1:1
Es wurde jetzt tatsächlich etwas schwerer - und damit ist keinesfalls nur das Gewicht der Gegnerinnen gemeint.
Wir sahen trotzdem nicht schlecht aus und erkämpften uns Spielanteile. Daraus ergaben sich Chancen, die wir
aber leider nicht nutzen konnten. 28 Sekunden vor Schluss fingen wir uns den Gegentreffer zum 0:1 ein.
Dieser konnte 2 Sekunden vor Schluss tatsächlich noch von Maja ausgeglichen werden. Wille und Einsatz waren
erneut vorbildlich, für das volle Punktepaket hat es leider nicht gereicht. Das Unentschieden
war leistungsgerecht.



Welle - FFV Neubrandenburg , 0:2
Wir waren an der höchsten Schwierigkeitsstufe angelangt. Die C-Mädels mit B-Mädchen-Spielpraxis brachten
eine hohe Souveränität, Geschick, Schnelligkeit und Kampf ins Spiel. Trotzdem konnten auch wir ein paar
kleine Chancen heraus spielen, aber Neubrandenburg war hier einfach deutlich überlegen. War das erste
Tor noch sehr unglücklich eingefangen, so war dann das zweite Gegentor genial herausgespielt und ganz
abgezockt abgeschlossen. An diesen Gegner hätte sich auch mancher C-Mädchen Verbandsligist aus Hamburg
die Zähne ausgebissen. Mit dieser Niederlage und auch deren Höhe (die KAW Rostock verlor 0:10), konnten
wir gut umgehen.



Welle - PSV Güstrow , 1:1
Ein Sieg musste her, wenn wir jetzt noch das Halbfinale erreichen wollten. Aber wie schafft man das,
gegen C-Mädchen ? Wir wollten es trotzdem probieren und waren tatsächlich das überlegene Team auf dem
Parkett. Nur konnten wir diese Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Das musste Güstrow erst mal
vormachen und nach dem 0:1 wurden wir tatsächlich noch druckvoller und erreichten nach einem Treffer
von Maja noch den 1:1 Ausgleich. Trotz weiterer bester Chancen hat es nicht zu noch mehr gereicht.
Im Nachhinein war ich darüber noch glücklich. Wir hätten uns ansonsten den C-Mädels und aktuellen
Landes-Hallenmeister Kickers JuS stellen müssen. Das hätte leicht in eine Art "Tracht Prügel" ausarten
können. In der Tat wurde Kickers JuS später Turniersieger. Das überragene Team um die Wolkner-Zwillinge,
die am Ende im Stechen gegeneinander den Zimmerstandort der Torjäger-Krone festlegen mussten, kann ich
für unsere Hamburger C-Mädchen Verbandsligisten nur wärmstens als Freundschaftsspielgegner empfehlen.
Das ist echt hochklassiger Fußball !!
So aber, waren wir "draußen", durften aber als Drittplatzierte unserer Fünfergruppe immerhin um Platz 5
spielen.



Spiel um Platz 5 : Welle - SV Waren 09 , 2:1
Das letzte Spiel stand an und wir hatten den aktuellen Drittplatzierten der Landes-Hallenmeisterschaften
im C-Mädchenbereich "vor der Brust". Ich baute die Mädels behutsam auf und ermunterte sie im Vorbereitungs-
gespräch zu Frechheit, Spielwitz und Schnelligkeit. Die erneute eindeutige körperliche Überlegenheit des
Gegners konnten wir gut überspielen. Unser Gegner war genervt, die Torfrau insbesondere : "Lasst Euch von
diesen Kindern doch nicht verarschen !", wobei sie das Wort "Kinder" in einem Ton aussprach, als wolle sie
vor der Pest warnen. Unsere Mädels versuchten es trotzdem (das "verarschen"), fingen uns aber zunächst wieder
zum Wachwerden den Gegentreffer ein. Dann aber die gute Vorbereitung von Anneleen, welche Sophie ohne Mühe
zum 1:1-Ausgleich verwerten konnte. Wenig später war es Anneleen selbst, die sich in der Mitte durchsetzte
und der hochgewachsenen Torfrau keine Chance ließ. Die wütenden Gegenangriffe konnten Malina, Fenja, vor allem
aber eine großartig aufgelegte Jana im Tor, abwehren. Riesenjubel beim Abpfiff und starker Applaus von der
Tribüne (dabei waren wir ohne unsere Eltern hier ?!). Wir hatten uns wohl einige Symphatien erspielt.
Wir jedenfalls, freuten uns sehr.



Die Siegerehrung. Es gab zahlreiche Einzelauszeichnungen, z.B. beste Torfrau, beste Spielerin,
Torschützenkönigin, beste Verteidigerin und die beste Technikerin. Den letztgenannten Preis räumte Sophie
ab. Kickers JuS gewann das Turnier, Zweiter wurde der SV Hafen Rostock. Die Mädels aus Neubrandenburg waren
im Halbfinale den Kickers unterlegen, erreichten aber Platz 3. Welle, wie gesagt mit einem guten 5. Platz,
welches vom Publikum erneut mit einem starken Applaus quittiert wurde. Es gab einen schicken Pokal und
eine Urkunde für die Mannschaft, außerdem einen Pack Negerküsse.

Mit der Platzierung, vor allem aber mit dem Auftritt selbst, bin ich sehr zufrieden. Fast standen die
Trainer der Gegner Schlange, um Kontaktinformationen zu tauschen. Mal sehen. Das Bundesland, vielleicht
ist es sogar das schönste Bundesland, hat sicherlich eine erneute Reise verdient. In unserer map of fame
haben wir jedenfalls nur noch 6 von 15 Bundesländern nicht bereist. Das schaffen wir aber noch ;-)

Ein Wort zu unseren Gegnern. Ich habe natürlich erwartet, dass der Gegenwind heftig wird. Die führenden
Teams, die auch das Turnier dominierten, verfügen über einige wirklich megastarke Einzelspielerinnen, die
meist schon jahrelang mit den Jungs gekickt haben. Schade ist einzig, dass die Zahl der Gegner immer noch
sehr begrenzt ist - und dass sich im Durchschnitt erst relativ spät Mädchenmannschaften bilden. Dabei
braucht sich Mecklenburg-Vorpommern mit seinen wirklich guten Spielerinnen nicht zu verstecken.

Danke an den SV Hafen, dass wir teilnehmen durften. Die Organisation war sehr gut, es gab viele Preise
und Extras und die Mädels hatten hier riesig Spaß. Chiara hat für die Ausrichter einen TSC-Wimpel
überreicht. Und angedroht, dass wir in 3 Jahren wieder kommen. Bisher haben wir derartige Versprechen
immer eingehalten ;-)

Bericht des Gastgebers SV Hafen Rostock

Fotos vom Turnier, vom Veranstalter veröffentlicht

 

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