Ausfahrt und Turnier der 1.D-Mädchen vom 21.-24.05.2009





Der "Utrechtse Heuvelrug" - das ist ein in der vorletzten Eiszeit aus einer Moräne entstandener, bewaldeter
Sandrücken in der Provinz Utrecht/Holland. Im Schloss Amerongen dankte 1918 Kaiser Wilhelm II. ab und
lebte dort bis 1920. Sowohl landschaftlich als auch historisch war der Zielort unserer Ausfahrt also schon mal
interessant ...

Am "Vatertag" war es endlich soweit: statt Bollerwagen Multivan, diese Entscheidung fiel mir ganz leicht ;-)))
10 erwartungsfrohe Mädchen (von denen sicherlich die Nacht zuvor nur wenige vor Aufregung ein Auge
zumachten) warteten wie immer pünktlich am Parkplatz auf die Abfahrt. Komplettiert durch ein 2.Fahrzeug,
welches von Nicola gelenkt wurde, machten wir uns auf die lange Reise ...

Gut 500 km waren zurück zu legen, das geht natürlich nur mit einer ausgedehnten Rast. Dies taten wir
gegen 15:30 Uhr an der Raststätte Dammer Berge. Wir verputzten unsere Lunchpakete und ließen, schon
mal zur Probe, ein wenig den Ball laufen ...



Der Rest der Fahrt war nach 2 Std. erledigt. Wir erreichten unsere Unterkunft, bezogen unsere Zimmer und
aßen zu Abend. Danach reichte die Zeit sogar noch, um den Pool zu testen, denn dieser sollte von nun an
fester Bestandteil des Tagesablaufs bei den meisten Mädels sein ;-)



Nach einer, für die meisten ausreichenden, Erholungsphase in den weichen Betten unserer Dreierzimmer, machten
wir uns am Morgen danach über das Frühstück her, welches ausgezeichnet war. Dann Abfahrt zum Turnierort.
Außer am Anreisetag abends, morgens und 1x kurz mittags am 1. Wettkampftag, blieb das Wetter ohne Schauer.



Obwohl wir quasi ohne Eltern und Fans anreisten, nahmen doch so manche liebe Bekannte -zig km lange Anfahrten
in Kauf, um unsere Mädels spielen zu sehen. Danke hier an dieser Stelle an Sietske und Rien aus Holland
(Freude der Familie) sowie an Bea, Sebastian und Jasper für ihr Interesse und für das Mitfiebern am Samstag :-)

22./23.05.2007, Sportpark "de Burgwal", Amerongen (NL)
Internationales Mädchenturnier des D.V.S.A.




Jetzt war es endlich soweit: Unsere Mädels hatten quasi ihr erstes Spiel im Ausland. Durch die liebevolle
Organisation von Ben van der Haar und Gerda Oussoren fand ein für D-Mädchen eher seltenes internationales
Turnier statt. "International" wurde es, weil wir dabei waren und "eher selten", da bei nur 4 teilnehmenden
Teams eine Gesamtspielzeit von stolzen 270 Minuten (also 4,5 Stunden) erreicht wurde.

Welle - DVSA 1 , 2:2
Wir waren aufgrund einigen Orientierungsschwierigkeiten beim Finden des Sportplatzes etwas knapp mit der Zeit
dran. Als wir am Ort des Geschehens erschienen, wartete der Gegner schon. Wir verzichteten auf ein ausgedehn-
tes Aufwärmen und stellten uns dem unbekannten Gegner. Zum Wachwerden fingen wir uns erst mal einen
"Hüpfball" ein, ganz dummes Ding - aber das nutzte nichts, es stand schon nach wenigen Minuten 0:1.
Welle reagierte gewohnt unbeeindruckt auf diesen Rückstand. Wir konnten zurück schlagen und erzielten
2 Tore, so dass wir mit 2:1 in Front lagen. Wir mussten allerdings kurz vor Schluss noch das 2:2
hinnehmen. Das war auch das Endresultat nach 25 gespielten Minuten.



Welle - DVSA 2 , 5:0
Nach einer ca. einstündigen Pause waren unsere Mädels dann endlich wach. Obwohl der Gegner nicht wesent-
lich schwächer schien, als der vorherige, setzten wir uns hier mit Tugenden wie Disziplin, Zusammenspiel und
Kampf, durch. Martina eröffnete den Torreigen "irgendwie mit der Hacke", nachdem Anneleen ihren Schuss-
versuch nicht optimal traf, zum 1:0. Bitte nicht über den zweiten Ball im Feld an der Toraus-Linie wundern.
Regeln wurden hier derart lax hehandhabt, dass selbst ein Hamburger F-Mädchen-Spielnachmittag, wie
mit der Härte eines Pierluigi Collina geleitet, im Vergleich aussieht. Nachdem wir noch ein paar weitere
Törchen erzielt hatten, der nächste Leckerbissen der Laxheit. Zunächst aber kann Paule nach guter Vorarbeit
von Sophie mit einen schönen platzierten Schuss das 4:0 erzielen. Diesmal kein zweiter Ball an der Linie,
statt dessen verläuft der Kurs einer Fahrradfahrerin durch das Spielfeld. Ich dachte, mich trifft der Schlag.
Ich ahnte, dass ich "Regelzicke" mich hier ganz schön umstellen muss, um die lila-Laune-Bär-Mentalität des
Fußballs hier ohne Herzattacke zu überleben ...



Welle - Delta Sport , 4:0
Auch die Mädels bemerkten den "etwas anderen" Wettkampfcharakter. Ziehmlich schwierig, die Konzentration
hochzuhalten. Schon fast peinlich diszipliniert nahmen die Welle-Mädels Aufstellung. Anpfiff, Ball erobern,
Doppelpass, 1:0 nach 12 Sekunden. Dann ein Handspiel (nicht geahndet, wie alle Handspiele hier), macht nix,
Malina hat den Ball trotzdem und gibt zu Martina, die zu Anneleen weiterleitet. Letztere zeichnet für das
2:0 verantwortlich. Dann tritt Maja einen Eckball. Nicht immer geht das gut, aber dieser hier,
kommt in schönem Bogen herein - den Aufpraller empfinden die Delta-Sportlerinnen als eklig (jedenfalls
sieht es so aus) und Anneleen kann ungehindert einköpfen - 3:0. Schließlich Kala mit brachialer Gewalt zum 4:0.
Mittagspause Mädels !



Gelegenheit, mal den Spielplan zu erklären. Jedes Spiel dauert 25 min, gespielt wird mit Hin- und Rückrunde.
Morgen dann exakt noch mal das Gleiche, nur mit jeweils 20 min Spielzeit pro Spiel. Wir bekamen also in den
beiden Tagen alle unsere Gegner je 4x vor die Brust ...

Welle - DVSA 1 , 4:0
Mit fiesen Methoden, wie z.B., die Mädels bei der Ehre packen ("wollt Ihr gegen die noch mal Punkte lassen ?")
versuchte ich, gegen die Faulheit der Pommes- und Hamburger-Bäuche, anzureden. Ob es das war, weiß nicht,
jedenfalls ging es gut los - von der ersten Minute an erdrückende Überlegenheit für Welle. Am Ende reichte es
für einen lockeren 4:0 Sieg.

Welle - DVSA 2 , 2:0
Unser Gegner war geradezu wütend. Die waren wohl sauer wegen ihrer Niederlage. Es wurde ganz schön gefoult,
teils leider auch in voller Absicht. Maja fiel für den Rest des Tages aus und kurze Zeit darauf musste ich
die zweite Spielerin vom Platz holen. Nichts gegen motivierte Gegner, aber das ging mir zu weit. Vom Schirie
kamen keine Signale zur Eindämmung. Genutzt hat es denen nichts, auch dieses Spiel konnte sicher gewonnen
werden.



Welle - Delta Sport , 0:0
So langsam stellte sich bei unseren Gegnern der "Bayern-Effekt" ein. Jeder wollte uns "die Lederhosen ausziehen"
und war bis in die Haaresspitzen motiviert. Wir haben es gegen eine gut kämpfende, meist zu sechst im Strafraum
stehende Delta-Abwehr nicht geschafft, den Siegtreffer zu erzielen. Nicht nur die Torfrau nahm hier bei gezielten
Abwehraktionen Hand - ich war jedoch bereits abgestumpft genug, dies noch nicht einmal mehr mit hörbaren
Unmutsbezeigungen zu quittieren ;-) Delta feierte ausgelassen - und wir - wir gönnten es ihnen ...

Damit war der erste Wettkampftag gespielt, wir holten von 18 möglichen 14 stolze Punkte, Verfolger war DVSA 2
mit 9 Punkten. Alle Punkte und Tore wurden für morgen mitgenommen. Zunächst aber waren wir hungrig und suchten
nach einer Möglichkeit für ein nettes, sport- und kindgerechtes Abendbrot. Im Nachbarort Leersum wurde wir fündig.
Ein nettes kleines italienisches Restaurant, mit der Möglichkeit, bei diesem herrlichen Wetter draußen zu sitzen,
hatte es uns angetan. Wir verputzten Lecker-Spaghetti Bolognese und labten uns an den Säften.



Da wir von den Bedingungen auf dem Platz nicht so sehr überzeugt waren, hatten wir die Körperpflege auf das
Hotel verschoben. Dafür waren wir besonders gründlich: Duschen zum Schweiß abwaschen, im Pool baden und
dann noch die Chlorwasser-Abspüldusche. Dann hieß es, die Nachtruhe einzunehmen ...

Der 1. Wettkampftag sollte sich nun wiederholen: Aufstehen, gut frühstücken, losfahren (30 min), diesmal
allerdings, waren wir sehr pünktlich auf dem Platz und wir konnten uns vernünftig einstimmen. Für heute
waren die Spiele mit je 20 min angesetzt. Die folgenden Kurzberichte nun wirklich "sehr kurz" :

Welle - DVSA 1 , 2:0
Welle diesmal hellwach von der ersten Minute an. Ein unspektakuläres Spiel, wo erneut unsere bessere Technik
und das bessere Zusammenspiel den Ausschlag gab.



Welle - DVSA 2 , 3:0
Ein erneut recht hartes Spiel. Sophie verletzte sich, konnte aber später weiter spielen. Unsere Mädels aber,
"hatten jetzt genug" - und langten ihrerseits ebenfalls ordentlich hin. Ich als Schirie, hätte jedenfalls eine unserer
eigenen Spielerinnen für 5 min vom Platz geschmissen. Obwohl ich sowas nicht gutheiße, war das diesmal
hilfreich. Ohne Papier und ohne Worte, war von nun an "Waffenstillstand" vereinbart und die große Rupperei ließ
deutlich nach. Ansonsten bleiben als highlights anzumerken : Drei schön erzielte Tore und ein Moppet-Fahrer,
der ganz kühn "abkürzte", indem er mit seinem Fahrzeug während des Spiels das Spielfeld an der Seitenlinie
befuhr und es an der Torauslinie wieder verließ. Ich schmunzelte nur noch ;-)

Welle - Delta Sport , 1:0
Hätten wir hier unentschieden gespielt, hätten wir auch schon als Turniersieger festgestanden. Zu groß war schon
der Abstand zu den Verfolgern. Unsere Mädels wollten trotzdem keine Punkte verschenken und spielten ihren
Stil herunter - und das reichte.

Danach war wieder etwas Pause. Den Imbisswagen mieden wir diesmal. Nicola war so lieb, statt dessen für uns
im Supermarkt einzukaufen. Dankbar verdrückten die Mädels statt Fritten und fettigen Frikadellen, leckere
Früchte, Baguettes und Kräutercremes. Der Hunger hielt sich (noch) eh' in Grenzen, es war warm. Zu trinken
hatten wir mehr als ausreichend. Dann, irgendwann gegen 13:30 Uhr, ging es weiter ...



Welle - DVSA 1 , 4:0
Die Spuren, die der anstrengende Turniermodus bei den Spielerinnen hinterließ, waren bei unseren Gegnerinnen
deutlicher erkennbar, als bei uns. Wir hatten noch ohne Probleme die Kraft für lange Sprints über das halbe
Feld. Unsere Gegnerinnen waren sowohl physisch als auch psychisch schon etwas abgekämpft. Uns gelang ein
deutlicher und nie gefährdeter Sieg. Erwähnenswert noch die Tatsache, dass auch Solo wieder Tore schoss -
stolze 3 Treffer erzielte sie in diesem Spiel !

Welle - DVSA 2 , 3:0
Auch hier kein Problem. Spielerinnen von DVSA 2 lieferten sich im Spiel gegen Delta zuvor eine heftige
Auseinandersetzung, die Torhüterin drehte durch, da sie nicht mehr im Tor stehen wollte und wütend über
einen Gegentreffer war. Das mündete sogar in Handgreiflichkeiten. Soweit also der Beleg für die psychische
Angeschlagenheit. Unsere Mädels ließen dazu einen ultra-klugen Spruch los : "Nöö, dann doch lieber Disziplin,
wie bei uns !" (das ging natürlich runter wie Öl). Sie fragten mich, welche Strafen ich für so etwas in petto
hätte. Aus den großen Augen unserer Mädels konnte ich lesen, dass sie jetzt so etwas wie Vierteilen, Rädern
oder Hexenverbrennung zur Antwort erwarteten ;-)))
Meine Antwort blieb liberal, unser Spiel dann auch - das war genug für einen 3:0-Erfolg.

Welle - Delta Sport , 1:1
Um ganz ehrlich zu sein: Ich hatte schon früher erwartet, dass wir wegen nachlassender Spannung Verluste
bezüglich der Punkte erleiden. Delta - das war auch der nach meiner Meinung Stärkste der 3 Gegner. Also
irgendwie auch OK, dass sie es waren, die als einzige 2 Unentschieden gegen uns ertrotzen konnten.
Beim Spiel selbst lagen wir erst 0:1 hinten, glichen dann aus, hatten gute weitere Chancen und tatsächlich
einen Neunmeter zugesprochen bekommen, den wir aber versemmelten. Ich machte den Mädels nicht wirklich
einen Vorwurf, die gegen tief stehende Gegnerinnen mit der Lizenz zur Handabwehr, Schwierigkeiten hatten.



Am Ende waren wir, mit einem stattlichen Punktepolster von 14 Punkten Abstand zum Zweiten ausgestattet, die
Sieger dieses Turniers. Die Mädels passten sich der etwas faden Siegerehrung an und verzichteten auf die sonst
üblichen Gesänge, Gehüpfe und Trainer-nass-gespritze. Gefreut hatten wir uns natürlich trotzdem, aber für
euphorische Jubelorgien war der Sportwert wohl doch zu gering. Auch ließen wir, nachdem jede Spielerin den
Pokal mal anfassen durfte, den Wisselbeker (Wanderpokal) gleich in Amerongen. Schön war es hier - aber nicht
so schön, dass wir hier unbedingt 2x her müssen.

Die Turnierorganisatoren waren immer sehr lieb zu uns. Dennoch war das D-Mädchen-Turnier bei weitem nicht
so cool, wie das parallel statt findende B-Mädchen-Turnier. Da waren 12 Teams am Start und es gab teils
echt guten Fußball zu sehen. Das B-Mädchen-Turnier können wir also durchaus empfehlen, das der D-Mädchen
jedoch eher weniger.

Das mag alles ein wenig traurig klingen, das war es aber nicht. Unsere Launen wurden mit einem erneuten Besuch
beim gleichen Italiener wie gestern - und dann mit jedem Kilometer, den wir uns unserem Hotel näherten, immer
ausgelassener. Immerhin hatte der Abend noch zwei weitere highlights zu bieten : die deutsche Meisterschafts-
entscheidung in der Sportschau verfolgen und das anschließende Schwimmen im Pool. Beides war ein Genuss :
Wolfsburg wurde Meister (jepp !) und der Pool war wie für uns alleine da ;-)))



Morgens dann ausschlafen, wer wollte, durfte auch vor dem Frühstück noch mal schwimmen. Frühstück gab es am
Sonntag erst um 9 Uhr und das genossen wir ausgiebig. Halbwegs pünktlich kurz nach 11 setzte sich unsere
Gruppe wieder in Bewegung Richtung Heimat. Rast machten wir diesmal in Wildeshausen. Uns reichte ein Picknick
und nach einer Dreiviertelstunde wurden die letzten 200 km gen Hamburg in Angriff genommen.



Im Auto wurde viel gealbert, gesungen und auch Karten gespielt. Verlässlich unpünktlich, waren wir dann gegen
16:30 Am Pfeilshof. Einige Eltern warteten bereits und durften ihre Kinder in die Arme schließen. Unsere
Ausfahrt war ein Riesenerlebnis für die Mädels, von dem sie sicherlich noch lange berichten werden.



Ein ganz großer Dank gebührt Nicola (Fenja's Mama), die sich den Launen meines Fahrstils aussetzte und
trotzdem meistens hinten dran blieb ;-)))
Außerdem natürlich für die Betreuung der Kiddies, für das Einkaufen und die netten Picknick-Mahlzeiten.

Auch die nächsten 4 Wochenenden werden nicht ohne Fußball sein. Pfingsten haben wir ja unsere Gäste aus
Brilon und eine Woche darauf unser Punktspiel gegen Bramfeld (endlich mal wieder "ernsthafter Fußball").
Naja, und auch die beiden darauf folgenden Wochenenden werden nicht langweilig - versprochen !!

 

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