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24.09.2009, 17:45 Uhr :
Punktspiel gegen Farmsener TV ... 5:0

Wir hatten Wochenmitte und am heutigen Donnerstag eigentlich Training. Es wurde
eine Verlegung notwendig. Schließlich einigte man sich auf den heutigen Termin.
Für beide Seiten sicherlich nicht optimal, aber immerhin eine Einigung, für deren
Zustandekommen auch ich dankbar sein musste.
Das Wetter war fürs Fußball spielen optimal, der Platz hätte auch ein paar Tropfen
Wasser vertragen können - es war sehr staubig. Pünktlich ging es an die Mittellinie.
Eine große Geste der Gäste: Statt eines Wimpels bekamen wir eine "Mannschaftspackung" Merci geschenkt, ein
Dank für die Einigung und vielleicht auch ein wenig noch ein Dank für die Einigung von Anfang April 2008.
Wir verloren die Seitenwahl, hatten dafür Anstoß. Es ging los, das "Derby" konnte steigen.

Farmsen begann forsch und hatte mehr Ballbesitz. Auch das Eckenverhältnis neigte sich bald zugunsten von
unseren Gästen. Unsere Verteidigung, die bis heute eine makellose Bilanz vorzuweisen hat, hält jedoch stand.
Genau genommen, habe ich nicht einen vernünftigen Schuss auf unser Tor gezählt, während der Gegner die
Meinung vertrat, dass ein Farmsener Tor "förmlich in der Luft" lag. Nun ja, unsere Verteidigung hielt trotzdem
stand und wir wollen bitte auch nicht unsere eigenen Angriffe vergessen, von denen ich mir zwar ein paar mehr
gewünscht hätte, aber auch wir waren in Richtung Gegnertor unterwegs. Dann muss es eine Situation gegeben
haben, in welcher Farmsen gern Freistoß oder Neunmeter oder ich-weiß-nicht-was gern gehabt hätte.
Die Pfeife des Schirie blieb jedoch stumm. Ich habe auch nichts ahndungswürdiges bemerkt. Meine Mädels
übrigens auch nicht - und selbst die Schiedsrichterin, die in Farmsen meist D-Spiele pfeift, hätte, da bin
ich mir ganz sicher, hier nichts gegeben.
Wohl wissend, dass auch ich kein Waisenknabe bin, was das lautstarke Dazwischenrufen angeht, möchte
ich mich nur ganz zurückhaltend und nur ganz kurz dazu äußern. Wenn ein junger Schiedsrichter derart massiv
angepöbelt wird, wenn ein Trainer plötzlich 3 mtr. im Feld steht, um seinem Unmut Luft zu machen und wenn ich
mir, beim Versuch zu beschwichtigen (in der Pause von einem Elternteil) anhören musste "Kommt Ihr mal nach Farmsen ...",
dann bin ich neugierig, welche Entschuldigung das aus der Welt schaffen soll. Ich jedenfalls, war sehr
unangenehm berührt - und auch Christians Frage, weshalb wir uns in Farmsen unwohl fühlen, ist hiermit beantwortet.
Insbesondere sind Äußerungen wie "der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden" und "wir haben unverdient verloren"
absolut lächerlich. Dieses Spiel haben 10 in grün gekleidete Mädchen gewonnen, die dafür mehr als 4 Jahre mit einer
teils unglaublichen Disziplin trainiert haben. Das lasse ich mir nicht klein schnacken.
Fußball wurde auch noch gespielt. Die Ruhe gewann nur langsam wieder die Oberhand. Ich kann nicht anders, als
unsere Mädels für ihre Besonnenheit zu loben. Weder durch die Hektik ringsherum noch durch "Sprüche" auf dem
Platz, ließen sie sich aus dem Konzept bringen. Wir versuchten, aus der Verteidigung heraus schnelle Angriffe
zu setzen, mit der wir die Zweier-Absicherung unserer Gegnerinnen überraschen wollten.

Dann war es endlich soweit. Ein Angriff 2 gegen 2, Dolores bewacht die in Stellung gelaufene Kala, Anneleen
läßt Farmsens Nr. 4 aussteigen und bringt mit links einen traumhaften Effet-Schuss zustande. Klasse-Tor !
Die Mädels jubeln, nehmen ihre Plätze wieder ein und machen einfach weiter. So haben sie es gelernt - unabhängig
vom Spielstand. Stück für Stück erobern wir uns die Platzhoheit zurück. Unsere Angriffe werden häufiger und vor
allem auch druckvoller. Die Verteidigung unserer Gäste wird etwas hektischer, Abwehraktionen werden fehlerhaft.
Dann ein Handspiel im Strafraum, der Schirie gibt 9-Meter. Anneleen hat das Selbstbewusstsein, schnappt sich die
Kugel, wartet auf den Pfiff und versenkt zum 2:0.
Es geht weiter. Wir wühlen uns zu dritt durch den Gäste-Strafraum. Farmsens Abwehrspielerinnen behindern sich
teils gegenseitig, nach einer Passstafette kommt irgendwann Dana an der Toraus-Linie an den Ball, die aus einem
eigentlich unmöglich spitzen Winkel einen Lupfer probiert, da sie sah, dass die Torfrau ihre Kiste verlassen hatte.
Das Leder streift noch die Fingerspitzen der Torhüterin und kann auch nicht mehr von Andrea gerettet werden,
natürlich ein unglückliches Selbsttor, das ich jedoch Dana gutgeschrieben habe, da sie die Absenderin des Balles
war. Das 3:0 stellte den Halbzeitstand dar. Dem Spielverlauf nach vielleicht etwas zu deutlich, aber auch das
macht eine erfahrene Mannschaft aus : Drangperioden des Gegners unbeschadet zu überstehen und mit dem
etwas besseren technischen Rüstzeug aus wenig viel zu machen ...

Der eigentlich wesentlichste Tipp, den Britta und ich den Mädels in der Pause gaben, war, die Ruhe zu bewahren.
Wir liefen mit exakt der gleichen Besetzung auf, mit der wir das Feld zur Pause verlassen hatten. Die Spannung
war hier keinesfalls raus. Unsere Defensive hatten wir jedoch heute mit sehr erfahrenen und sehr schnellen
Spielerinnen besetzt, die immer irgendwie einen Fuß dazwischen brachten. Torhüterin Jana fügte sich nahtlos
in die gute Leistung ein. Sie war aufmerksam, um die etwas zu langen Pässe rechtzeitig einzusammeln und war
bei den wenigen wirklichen Schussversuchen zur Stelle. Auch die Hoch- und Flachabstöße saßen.
Mit einem Wort: Wir hatten die Partie im Griff! Als besonders erfreulich empfand ich die Tatsache, dass es
ungeachtet des durchgängig sehr hohen Tempos keine konditioniellen Ausfallerscheinungen gab.
Da hat sich doch die monatelange gnadenlose Konditionsbolzerei gelohnt !
Nur wer mich wirklich kennt, weiß, wie ich das meine ;-)))
Es sind 10 Minuten der 2.Halbzeit gespielt. Welle kommt über links, Welle kommt über rechts, die Mädels
aus dem Nachbarstadtteil sind jedoch aufmerksam genug, um die meisten unserer Angriffe abzuwehren. Dann
kommt Kala rechts an den Ball, läuft noch ein paar Schritte und schießt von der Strafraumgrenze kurz und
knallig zum 4:0 ein. Das Spiel geht ohne Auswirkungen auf die Intensität auf dem Feld weiter. Der einzige
Unterschied war, dass ich jetzt zu entspannen begann.
Auch Dana wollte noch einmal ein Erfolgserlebnis, Anneleen gönnte ihr das auch - aufreizend lange lässt sie
den Ball seine Bahn ziehen ( na ? geht er von allein rein ? ) und half dem Ball wirklich im allerletzten Moment
zum 5:0-Endstand über die Linie. Ein paar Minuten später war Schluss.

Unsere Mädels waren erstaunlich gut drauf. Sie ließen sich feiern und von Müdigkeit war keine Spur.
("Auja, Auslaufen ...") Fröhlich schnatternd trabten wir eine große Runde und dann ging es unter die
wohlverdiente Dusche. Mädels: Danke für ein großes Fußballspiel. Auch die Farmsener Mädels hatten daran
sehr großen Anteil und gemeinsam verdrückten wir nach dem Abpfiff das "Merci-Geschenk". Obwohl es Fouls
hüben wie drüben gab, war die Partie zu keinem Zeitpunkt unfair zwischen den Mädels geführt.
Dem jungen Schiedsrichter hätte ich gern diese emotional hitzige Partie erspart. Nicht, weil er's nicht
drauf hat, vielmehr möchte ich die Schiedsrichterleistung als absolut akzeptabel bezeichnen.
Ich gehe nicht über die Brücke zu behaupten, der Schirie hätte Einfluss auf den Spielausgang genommen.
Vielmehr ist diese Behauptung aus der Enttäuschung einer Mannschaftsleitung heraus entstanden, die erst
noch lernen muss, zu verlieren (siehe aktueller Eintrag in unserem Gästebuch).
"Bei Niederlagen musst Du tapfer sein - und bei Siegen großzügig !"
Ich interpretiere diese Weisheit mal nicht weiter ...
Wir haben jetzt leider ziehmlich lange kein Pflichtspiel. Das Pokalmatch gegen Barsbüttel wurde abgesagt.
Ich hoffe, wir werden noch ein paar Freundschaftsspiele machen können und dann freuen wir uns aus
zweierlei Gründen auf die Oktoberferien ;-)
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