27.-28.12.2009, Ausfahrt der 1.D-Mädchen nach Westerstede


Unser letzter Wettkampf des Jahres 2009 führte uns nach Westerstede, in die zwischen Oldenburg und Leer
gelegene Kreisstadt des Ammerlandes. Die frühe Beginnzeit provozierte regelrecht eine Übernachtung. Wir
suchten uns hierzu das Ring-Hotel Voss aus. Es entsprach sowohl von der Lage zum Wettkampfort her, als
auch von der Ausstattung her (natürlich mit Pool) unseren Wünschen ;-)
Wir machten uns also am Sonntag nachmittags um 14:00 Uhr auf den Weg. Wir ließen Oldenburg auf der A 28
hinter uns und erreichten dann irgendwann Westerstede, das wohl allenfalls für Fans der Rhododendron-
blütezeit (da erstrahlt ein ganzer Ort in rosa und lila) ein Begriff ist.



Als wir den Ort nach ca. 2 ¾ Stunden erreichten, erstrahlten dessen Straßen noch von der Weihnachtsbeleuchtung
in den kleinen verträumten Gassen. Dies animierte mich wohl dazu, mich erst mal kräftig zu verfahren, um dann
mitten in der Fußgängerzone hilflos stehen zu bleiben ;-)
Natürlich fanden wir unsere Unterkunft trotzdem. Wir checkten ein und ließen uns dann, so gegen 6, an einer
festlich gedeckten Tafel das Abendbrot servieren. Wir ließen uns bei der Auswahl des Gerichts auch von den
sportlichen Aspekten leiten (Sportleressen eben) und wählten leckerste Bandnudeln mit Bolognese-Souce mit
handgeriebenem Käse. Die Chefin des Hauses höchstselbst, spendierte unseren Mädels im Anschluss noch einen
"Blue-Curacao-Orange" (in Fachkreisen auch als "grüne Wiese" bekannt). Natürlich handelte es sich um alkohol-
freien Curacao, wie die Chefin dem besorgten Trainer versicherte ;-))



Danach gab es eine kurze Pause, um anschließend den Swimming Pool im Hotel in Beschlag zu nehmen.
Erfahrene Welle-Spielerinnen wissen, was jetzt kommt: Planschen, Schwimmen, Relaxen im Whirlpool und auch
gnadenlose Wasserschlachten. Das Ganze bis fast zur Schließzeit des Pools, danach auf die Zimmer gehen und
Fernseher gucken, natürlich auch dies viel zu lange ;-)))
Montag morgen hieß es dann um 7:00 Uhr aufstehen. Es gab, wie immer bei unseren Hotelübernachtungen,
ein Frühstückchen, welches keine Wünsche offen ließ. Fast ruinierten uns die vielen Leckereien ein wenig
die Essensdisziplin vom Vorabend, aber die Mädels wählten eh' Corn Flakes und selbst komponierte Frucht-
salate und -joghurts. Wir checkten dann aus und fuhren ein paar 100 Meter weiter zum Wettkampfort ...



28.12.2009, 9:00 Uhr, Hössensportzentrum in Westerstede :
Winter-Cup der D-Mädchen

Nun kamen wir also zum sportlichen Teil unseres Ausfluges. Wir spielten heute ein Turnier mit 8 Teams -
wir waren dabei die weitgereistesten, mit souveränen Abstand zu TuS Lutten, die aus dem 80 km entfernten
Vechta anreisten. Gespielt wurde in 2 Gruppen mit Platzierungsspielen, sowie Halb- und Finale. Die Spielregeln
sind anders als in Hamburg. Aber die kennen wir ja schon von Friedrichsfehn: Rund-um-Bande, 5-meter-Tore und
ein Ball, der hüpfte. Kehren wir das Positive daran heraus : diese Regeln sorgen für viele Tore, hohes Tempo
und für wenig Spielunterbrechungen. Die 10 min Spielzeit pro Spiel sind daher durchaus ausreichend.
Und das auch, obwohl hier mit fünf Feldspielerinnen gespielt wird ...





Welle - SV Gotano , 5:1
Wir hatten das 3.Spiel, weil in der Gruppe B eingeteilt. Selbstverständlich war uns unser Gegner völlig unbekannt.
Mit einem Gemisch aus Respekt, Sorgfalt und Frechheit (komisch, dass so was vereinbar ist) legten wir los.
Es sollte nicht lange dauern, bis wir die Kontrolle über das Spiel übernahmen. Nach 4 min jedenfalls, führten
wir bereits mit 3:0. Den Reigen eröffnet Dana, die sich eines unkontrolliert im gegnerischen Strafraum umher
hüpfenden Balles bemächtigt und diesen ansatzlos zum 1:0 in das große Tor schießt. Dann ein "Klops" der
gegnerischen Torhüterin: deren Abwurf gelangt versehentlich in den Arbeitsbereich von Fenja, die bekanntlich
schon des öfteren solche überraschenden Bälle verwertet hat. So auch hier (2:0). Dann wird das ungenaue Klären
dem Gegner erneut zum Verhängnis. Ein ins Nirvana gedroschener Ball prallt von der Tribünenwand zurück ins Feld.
Anneleen spielt diesen "aus Verdacht" auf links vorn, wohl wissend, dass dort Dana ihr Unwesen treibt.
Richtig geraten - Dana kommt tatsächlich an den Ball und knallt selbigen mit satten Linksschuss ins Gehäuse.
Einige Zeit später lässt Gotano's Torhüterin erneut jegliche Sorgfalt vermissen. Sie kann zunächst an der Bande
vor Martina klären, der dann folgende Abwurf jedoch, kann allenfalls als Reaktionstest für Dana taugen, die diesen
auch bestanden hat - 4:0 ! Und zum Schluss endlich noch mal ein gespielter Treffer. Jana wirft zu Dana ab,
Dana tobt mit der Kugel auf der linken Seite über die (relativ passiven) feindlichen Linien bis nach vorn durch und
flankt schön auf Anneleen, die mit dieser Hereingabe gut umgehen kann - 5:0. Bevor wir dieses Spiel jedoch als
sicher gewonnen abhaken, erhalten wir die Bestrafung für nachlässige Defensivarbeit an der Bande. Schon vergessen ??
Es gibt kein Tor-aus, also ist ein Schuss, der das Tor knapp verfehlt, als Rückpraller immer noch gefährlich ...
Wir waren zögerlich und nicht gut abgestimmt in dieser Situation - und Gotano hatte seinen Ehrentreffer.



Welle - SV Harkebrügge , 8:2
Das Resultat liest sich wie eines vom Eishockey. In der Tat war dies das torreichste Spiel des ganzen Turniers.
Auf Platz 2 übrigens das vorige Spiel von Welle ;-)
Die Mathematik der Vierergruppen ist simpel: Gewinnt man das erste Spiel, ist man so gut wie "durch", verliert
man es aber, sieht es sehr finster aus. Da wir das erste Spiel gewannen, würde uns ein weiterer Sieg die sichere
Halbfinalteilnahme bescheren. Diese Fakten missbrauchte ich als Motivationsspritze für die Mädels.
Es ging gut los. Fenja, ihres Zeichens gelernte Verteidigerin, betätigt sich an der Toraus-Bande des Gegners und
legt über die Bande für Anneleen auf, die es nicht schwer hat, zur 1:0-Führung einzuschieben. Das 2:0 hat
von der Mitte aus irgendwie Martina erledigt, zu schnell für unsere Gegnerinnen. Das 3:0 hat Anneleen
per Steilpass vorbereitet und Martina erzielt. Das 4:0 hat Dana gemacht. Nun könnte man, nach dem
bisher Gelesenen glauben, dass Welle hier so durchspaziert und sich alle anderen auf den Rücken legen, um sich
von uns zusammenschießen zu lassen. Nunja, ganz so war es nicht. Wie schon der Ehrentreffer von Gotano zeigte,
gab es Gegenwehr. Und die war teils nicht von schlechten Eltern. So kassierten wir nach saftigen Linksschuss
von links-außen den Gegentreffer zum 4:1. Das zeigt, welche Spielerinnen wir in den Griff bekommen mussten ...
Es stand also 4:1, aber selbstredend machten wir weiter, die weitere Torfolge war : 5:1 (Anneleen), 6:1 (Anneleen),
das 6:2 durch Harkebrügge, 7:2 (Anneleen) und den Endstand zum 8:2 stellte Fenja her.
Damit hatten wir die 2 Siege, die wir wollten - und waren bereits im Halbfinale.



Welle - TuS Westerloy , 2:0
Es ging nicht mehr um viel in diesem Spiel. Trotzdem bemühten sich die Mädels, eine anständige Leistung gegen
tapfer kämpfende Gegner-Mädchen abzuliefern, die wohl noch reichlich Motivation aus unserem letzten Zusammen-
treffen in Friedrichsfehn schöpften. Das 1:0 fiel nach einem gefährlichen Ausflug der Torhüterin
bis zum Eckpunkt. Sie schaffte es zwar leidlich, die direkte Hereingabe nach innen zu verhindern, war aber nicht
zeitig genug zurück, um bei Anneleens Schuss nach "Spielaufbau hintenrum" ausreichend vorbereitet zu sein.
Auch das zweite Tor fiel mit freundlicher Unterstützung des Gegners. Nach schöner Vorarbeit von Dana, wird der
Ball, der eigentlich für die einschussbereite Martina vorgesehen war, durch die eigene Verteidigerin im Stile
eines Knipsers zum 2:0 in die eigenen Maschen befördert. Unser Sieg ging wegen der deutlichen Feldvorteile
in Ordnung. Nun waren wir verlustpunktfrei als Gruppenerster im Halbfinale ...



Halbfinale : Welle - FSV Westerstede , 4:1
Als Gruppenerster durften wir uns mit dem Gruppenzweiten der Gruppe A beschäftigen. Das war unser Gastgeber,
die unser bisheriges Treiben natürlich sorgenvoll mitverfolgt haben. Sie waren entsprechend motiviert und
schickten sich sogar an, den hier eigentlich unüblichen "Spielerinnen-Kreis" vor dem Spiel zu zelebrieren,
was wir natürlich vor jedem Spiel taten. Das erste Duell war also das Duell der Kreise, welches wir
lautstärkemäßig schon mal für uns entscheiden konnten ;-)
Es dauerte nicht sehr lange, bis wir in Führung gingen. Martina steht an der Strafraumgrenze mit dem Rücken
zum Tor und es sieht irgendwie so aus, als wolle sie einen Fallrückzieher ohne Fallen machen. Der hohe Ball
kommt dem Tor gefährlich nahe und Anneleen kann den fallenden Ball ganz kontrolliert zum 1:0 über die Linie
schieben. Wenige Zeit später wurde es richtig spannend, da wir nach einem Abwurf, genau in den Lauf einer
schnellen gegnerischen Angreiferin, den Ausgleich hinnehmen mussten. Hierzulande sind Abwürfe über die
Mittellinie erlaubt, wenn der Ball im Spiel ist. Lange konnten sich unsere Gastgeberinnen aber nicht an ihrem
Ausgleich erfreuen. Solo spielt unter Gegnerdruck, gewollt, oder auch nicht, einen hohen Ball vor's Tor.
Die coolen Tore darf heute Dana machen: Mit einem Karate-artigen Sprung erwischt sie irgendwie
den Ball und schubst ihn zum 2:1 über die Linie. Dieser Treffer verlieh uns zusätzliche Sicherheit.
Wir konnten recht souverän auftreten und bauten die Führung erst auf 3:1 (Dana) und dann sogar auf 4:1
(Anneleen) aus. Damit waren wir im Finale und wir waren zufrieden. Unsere Gastgeber scheinbar auch, wenn ich
die Elterngespräche richtig mitbekommen habe. Die waren ein wenig stolz, es uns so schwer gemacht zu haben ...



Finale : Welle - TuS Lutten , 2:0
Unser Finalgegner hatte, genau wie wir, in seiner Gruppe mit 9 Punkten für Deutlichkeit gesorgt. Im Halbfinale
setzten sie sich dann gegen den Zweiten unserer Gruppe, Gotano, knapp mit 1:0 durch. Lutten hatte eigentlich alles,
was man braucht, um erfolgreich zu sein: große, schnelle und sportliche Mädchen, einen netten Trainer und
grüne Mannschaftskleidung ;-))))
Eines jedoch, hatten sie nicht: Disziplin. Der Zufall wollte es, dass wir mit Lutten für ein und dieselbe
Umkleidekabine eingeteilt waren. Es wurde mit Sprüchen wie "lasst Euch hier nie wieder blicken" versucht,
unsere Mädels aus der Umkleide zu vertreiben und später gab es Sprüche wie "wir gewinnen sowieso" und diverse
andere Sprüche, die selbst ein ansonsten ruhiges Mädchen wie Martina die Zornesröte ins Gesicht trieb. Die hatte
sich bis zum Anpfiff noch nicht wieder eingekriegt - und ich hielt es für taktisch klug, sie genau deshalb von
Anfang an einzusetzen. Das Spiel begann mit Feldvorteilen für uns. Das Spiel war noch nicht sehr alt, da ließ
Martina ihren erste Aktion zur Frustbewältigung raus, die unter kompletter Ignoranz des Gegnerdrucks zum 1:0
abschließen kann. Nur ganz kurze Zeit später knallt sie einen satten Schuss an die Latte, schade, da fehlten
nur wenige Zentimeter und wenn der "drin" wäre, wäre wohl auch Martina wieder runtergefahren. Im folgenden gab
es noch einen weiteren Lattenschuss von Martina und dann schließlich das Ruhe verleihende 2:0 durch Dana.
Solo, Fenja und Jana sorgten dafür, dass wir hinten sicher standen und den wenigen Angriffszügen des Gegners
gelassen entgegen sehen konnten. So gewannen wir auch dieses Spiel letztlich sicher und verdient.



Die Siegerehrung: Es gab für jede Spielerin einen kleinen Fußballerinnen-Aufsteller und zusätzlich für die besten
4 Teams Pokale. Gotano bekam als Viertplatzierter den Kleinsten, Dritter wurde Gastgeber Westerstede, die
im Spiel um Platz 3 erfolgreich waren. Zweiter, wie gesagt, Lutten und der TSC Wellingsbüttel ist Turniersieger,
wie die hiesige Internet-Presse, viel schneller als ich, berichtete ...

Acht Mädels von uns durften den Triumph miterleben. Nina, Inga und Solo sind im Bericht kaum benannt, waren
aber ebenfalls, jenseits des Rampenlichts, fleißig für ihr Team im Einsatz. Für Nina gilt es vor allem,
Erfahrungen zu sammeln. Ansonsten nehmen wir als Erkenntnis mit : Martina spielt gut, wenn sie wütend ist.
Klappliegen können bissig sein. Die Nachtruhe zu missachten, bringt nix. Disziplin ist cool !! Ein grünes Trikot
allein, reicht nicht, um ein Turnier zu gewinnen.



Es folgte ein Festmahl in einem amerikanischen Schnellrestaurant, dessen Namen wir im Interesse der Vermeidung
von Schleichwerbung vermeiden ;-))) Nach (trotz Stau) fröhlicher Rückfahrt erreichten wir pünktlich gegen 17 Uhr
Wellingsbüttel. Danke an Britta, Stefan und Mirko für's Mitfahren, Mitfiebern, Mitfilmen ;-)

Allseits Guten Rutsch - wir sehen uns zum Neujahrsturnier.

 

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