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05.06.2010, 9:30 Uhr :
Punktspiel gegen HSV, 2.D Mädchen ... 5:4
Das faszinierende am Fußball ist, dass es immer wieder neue Story's gibt. Vor allem
solche, mit denen vorher nie jemand gerechnet hätte. Der flach gehaltene Ball zuvor
im Vorbericht war keine Tiefstapelei. Ich ahnte die Tücken der heutigen Aufgabe,
jedoch war ich trotzdem optimistisch und schon gar nicht rechnete ich mit so einem
Eishockey-Ergebnis ...
Heute hatten wir mit den Ausfällen von Malina, Dana, Martina und Solo gleich 4 Leistungsträgerinnen nicht zur
Verfügung. Zusätzlich waren Anneleen, Maja, Amina und Fenja angeschlagen. Bei unserem 20-Mädels-Kader
kein Grund, nicht trotzdem mit vollen 10 Spielerinnen aufzulaufen. Aber werden wir mit der Feinabstimmung zurecht
kommen ??? Immerhin spielen wir in der "Staffel stark" - und in der werden schwache Tage nicht verziehen ...

Wir waren natürlich pünktlichst zur Stelle. Der Rasen war diesmal sogar vernünftig kurzgeschoren. Es gab Linien
zum Orientieren und eine Schiedsrichterin, die mit dieser sehr fairen Partie keine Probleme bekam, hatten wir auch.
Das Spiel begann. Sofort wurde klar, dass die Phase des Abtastens hier seitens des HSV komplett eingespart
wurde. Äußerst frech und respektlos kamen sie immer wieder mit wenigen Spielzügen in Tornähe. Schon einer der
ersten Versuche unserer Gegnerinnen war erfolgreich unf wir lagen erst mal mit 0:1 hinten.
Der Treffer zeigte die bekannte Wirkung: keine ! Welle war um Ordnung bemüht, organisierte Angriffe, war jedoch
zunächst glücklos im Abschluss (oder kam nicht zum Abschluss). Zu allem Überfluss dann ein weiteres dummes Ding.
Nach ca. 12 gespielten Minuten lagen wir mit 0:2 hinten. Hatten wir schon lange nicht mehr, dieses Erlebnis ...

Es war an der Zeit, ein Startsignal zu setzen. Normalerweise passiert das durch ein Tor oder zumindest eine
Großchance, natürlich zumeist durch eine Stürmerin oder Mittelfeldspielerin. Nicht aber so bei uns. Bei uns
war es Fenja, die das "hallo-wach-Signal" setzte, indem sie nach einem Dribbling einfach mal kräftig drauf hielt.
Mit Glück, Können und sicherlich auch mit Hilfe des tückisch glatten Untergrundes ging das Ding rein und wir
hatten den 1:2 Anschlusstreffer.
Auch wenn wir nach und nach die Ordnung zuück gewannen, blieb es hinten gefährlich. Durch einen weiteren Fehler
kassierten wir einen weiteren Treffer zum 1:3. Bevor es in die Halbzeit ging, verkürzte Maja noch auf 2:3.

Zur Halbzeitbesprechung gab es natürlich entsprechend was auf die Ohren. In die 2.Halbzeit starteten unsere
Mädels noch etwas geordneter und auch etwas zielstrebiger. Es dauerte jedoch fast eine halbe Halbzeit, bis
endlich auch zählbares dabei heraus sprang. Anneleen kann im 2.Versuch einen schönen Rechtsschuss von der
Strafraumgrenze zum 3:3 Ausgleich ins Netz setzen. Nun hatten wir noch 15 Minuten Zeit. So lange brauchten
wir aber nicht, schon nach 2 Minuten wurde ein gefährlicher Ball abgesendet, der fast über die Torhüterin hinweg
ins Netz gegangen wäre. Der mit Mühe und Not heraus gekratzte Ball kam dann aber in die Nähe von Anneleen,
die sich diese Chance nicht entgehen lässt und zur erstmaligen Führung in diesem Match einschießt.

Nun könnte man eigentlich abpfeifen, denkt man bei solchen Spielständen immer schnell. Aber es waren noch gute
9 Minuten zu spielen, dann 8, dann 7 usw. - und irgendwann waren wir bei Null. Es gab etwas Nachspielzeit, OK.
Vielleicht dauert diese nur immer dann aufreizend lange, wenn man knapp führt. Wir fingen uns in den letzten
Sekunden tatsächlich noch den 4:4 Ausgleich ein. Der direkte Angriff nach Anstoß wird durch Foulspiel unterbunden,
immerhin gab es noch mal Freistoß. Ich gab lautstark die Empfehlung, es direkt zu versuchen, es konnten nur noch
Sekunden bis zum Schlusspfiff sein. Das waren immerhin ca. 22 mtr.
Anneleen läuft an und der Ball fliegt und fliegt und wird noch durch eine Verteidigerin per Kopf verlängert,
so dass die Torhüterin den Einschlag zum 5:4 für Welle nicht mehr verhindern kann.
Dann war tatsächlich Schluss. Wir verzichteten auf laute Jubelgesänge, ich selbst schnappte nach Sauerstoff -
und schließlich gingen wir zur Verabschiedung an die Mittellinie.
Bei Britta und den anwesenden Eltern, die die Leiden mit mir teilten, bedanke ich mich.
Wir sehen uns in genau einer Woche an genau dem selben Ort wieder.
Nur geht es dann gegen HSV 1 !
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